Forstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Die Stiftungsforsten Kloster Haina befinden sich wirtschaftlich und der Forst ökologisch in großer Bedrängnis. Der Zustand des Waldes verschlechtert sich insgesamt und von Jahr zu Jahr dramatisch auf immer mehr Flächen. In den nächsten Jahren werden voraussichtlich keine Erträge im Sinne der Stiftung realisiert werden können. Die Waldrücklage wird aufgezehrt.

Das Risikomanagement in den Stiftungsforsten Kloster Haina (SFKH) bedarf der Fortschreibung, insbesondere müssen die ökologisch begründeten Handlungsoptionen erweitert werden. Angesichts der Schäden durch Windwurf, Trockenstress, Sturzfluten, massenhafte Ausbreitung von Schädlingen, Waldbrandereignisse und Verlust an Biodiversität sind Handlungsfelder zu benennen und konkrete Maßnahmen zu beschreiben.

Für folgende Schwerpunkte sind ökologische Prozesse im Forst umzusetzen:

  • Biodiversität erhöhen
  • mehr Baumarten im altersgestuften, standortangepassten und laubholzgeprägten Mischwald
  • artenreiche und gestufte Waldränder
  • Einschlag alter Buchen und Eichen reduzieren, mehrjähriger Einschlagstop
  • Vernässung geeigneter Areale, Retensionsflächen
  • Prozessschutzflächen ausweisen, Parzellen mit Vorwald
  • Entwässerung beenden, Grundwassermonitoring
  • Bejagung mit konkreten Zielen dokumentieren, Zuwanderung von Dam- und Rotwild verhindern
  • Nutzung von Windkraft
  • Betrieb und Bewirtschaftungsform neu ausrichten, Bürgerwald und ökologische Bildung
  • Stiftungsurkunde neu lesen, unter dem Eindruck des Totalverlustes

Wir sehen uns vor eine große Aufgabe gestellt – Politik, Verwaltung und Forstbetrieb müssen jetzt einen Weg finden. Das Ziel, einen stabilen, artenreichen, altersgestuften, laubwaldgeprägten Baumbestand zu erreichen braucht viel Zeit.

Ein Beitrag von Reinhard Deutschendorf
Wahlkreis V / Landkreis Waldeck-Frankenberg

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